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Sie leben das, wovon viele träumen. Seit November ist das Ehepaar Öchsner mit seinem Kastenwagen am anderen Ende der Welt auf Entdeckungstour. Für die Zeit der großen Reise haben sie ihr idyllisches Häuschen im unterfränkischen Lengfurt gegen einen Frisch gekauften und individuell angepassten KNAUS BOXSTAR 630 MF eingetauscht. In Teil 1 unseres Interviews hatten wir bereits das Vergnügen mit den beiden über Reise-Vorbereitungen, -Gefahren und -Wünsche zu sprechen. Jetzt stecken sie mitten im Abenteuer und haben uns auf halber Strecke ihre Eindrücke und Erfahrungen erzählt. Seit ihrer Ankunft im November in Montevideo, Uruguay, sind sie bereits über Buenos Aires bis nach Feuerland gefahren. Vom südlichsten Südamerika hat sie der Weg entlang der Westküste dann wieder gen Norden über Argentinien, Chile und Brasilien bis nach Bolivien geführt. Hier ziehen sie Zwischenbilanz und berichten von Pumas, fragwürdigen Lebensmitteln und Höhenluft.

KNAUS: Wie war die Ankunft in Montevideo?

Die Öchsners: Nass. Ja, vor allem nass. Es regnete sehr stark und die Straßen waren überflutet. Dann hatten wir natürlich einiges zu erledigen. Denn unbürokratisch geht es auch in Lateinamerika nicht gerade zu. Um alle Dokumente zu beschaffen, brauchten wir trotz (oder wegen) unserer guten Vorbereitungen in Deutschland fast drei Tage. Und als wir endlich unseren KNAUS „Öchsi“ ohne Kratzer und Dellen im Hafen abholen konnten, ist uns ein riesiger Stein vom Herzen gefallen. Jetzt wurde es richtig ernst. Wir haben noch die Zwischenwand ausgebaut, Lebensmittelvorräte gekauft und dann alles reisefertig verstaut.

Über die Grenze

KNAUS: Wenn wir schon beim Thema Bürokratie sind: Wie verliefen die Grenzüberfahrten, von denen Sie ja einige geplant hatten?

Die Öchsners: Das stimmt. Gerade im ersten Teil unserer Reise sind wir immer wieder zwischen Argentinien und Chile hin und hergefahren. Und eigentlich hatten wir hier keine größeren Probleme. Uns war vorher klar, dass man keine frischen Lebensmittel über die Grenze mitnehmen darf. Also haben wir alles so gut wie möglich vorher aufgebraucht. Die sogenannten „fragwürdigen Lebensmittel“ werden dann vom Zoll kontrolliert und was nicht mit rüber darf, kann noch vor Ort verspeist werden. Wir haben bei der Auswahl an Paprika und Zwiebeln aber meistens darauf verzichtet.

 

KNAUS: Sie wollten ja nicht zu viel planen, aber auch nicht zu wenig. Hat der grobe Zeitplan hingehauen? Oder haben Sie irgendwann gemerkt, dass Sie sich verkalkuliert haben?

Die Öchsners: Nein, das hat schon alles ganz gut gepasst. Es war toll, pünktlich zu den Weihnachts-Feiertagen die lguazu-Wasserfälle erreicht zu haben, obwohl solche Feiertage in dieser Gegend natürlich etwas ganz Anderes sind, als wenn man zu Hause unter dem Tannenbaum sitzt. Insgesamt hat sich das alles sehr gut zusammengefügt. Manchmal sind wir an einer Stelle schneller voran gekommen oder haben unsere Zelte früher wieder abgebrochen als ursprünglich gedacht und dafür haben wir uns an anderen Orten einfach mehr Zeit gelassen. Das ist ja das Tolle am Reisen mit dem eigenen Kastenwagen. Dir kann einfach niemand vorschreiben, wo und wie lange du bleibst.

Die Highlights

KNAUS: Was waren die Highlights auf dem Weg?

Die Öchsners: Definitiv der Perito Moreno. Dieser gewaltige Gletscher im patagonischen Teil von Argentinien ist schon aus der Ferne atemberaubend. Aber aus nächster Nähe ist das einfach unbeschreiblich. Plötzlich erscheint alles wie Spielzeug. Und im Vergleich zu diesem riesigen Eiskoloss stimmt das ja sogar. Im Naturschutzgebiet Penninsula Valdes und auf der lsla Monte Leon haben wir uns auch sehr wohl gefühlt. Unberührte Landschaften und das Getose von unzähligen Pinguinen, Kormoranen und Seelöwen – das war schon eine tolle Erfahrung.

KNAUS: Und was hat Sie überrascht?

Die Öchsners: Ehrlich gesagt, wie gut der BOXSTAR mit der Höhe klarkommt. Da hatten wir ja schon vorab ein paar Bedenken, wie er sich in den Anden schlägt. Bis 3.500 Meter zieht der Motor gut durch. Wenn es noch höher und die Luft immer dünner wird, muss man im ersten und zweiten Gang etwas höhere Drehzahlen fahren, schnell schalten und das Gaspedal weiter durchtreten, dann klappt’s auch in steilen Kurven bis in Höhen von 4.870 Meter. Selbst die gasgeregelten Anlagen wie Heizung und Kochplatten arbeiten in diesen Höhen problemlos.

„Das ist ja das Tolle am Reisen mit dem eigenen Kastenwagen. Dir kann einfach niemand vorschreiben, wo und wie lange du bleibst.“

Die Öchsners

Rein ins Chaos

KNAUS: Gab es einen Punkt an dem Sie dachten, dass es nicht mehr weitergeht?

Die Öchsners: Direkt am Anfang mussten wir die erste kleine Hürde meistern. Wir sind knapp 300 Kilometer über unbefestigte Staubwege gefahren, die eigentlich als Asphaltstraßen markiert waren. Da haben wir natürlich eine ganze Menge Dreck aufgewirbelt und mussten uns erst einmal mit der unerwarteten Situation zurechtfinden. Auf dem Weg nach La Paz in Bolivien hat es uns dann aber voll erwischt. Ein Wirrwarr von Straßen und Baustellen. Pfützen, die teilweise einen halben Meter tief waren und wir ahnungslos mittendrin. Zum Glück haben wir dort einen Autowäscher getroffen, der uns den Weg aus dem Gewusel gezeigt hat. Ich bin mir nicht sicher, ob und wann wir das alleine geschafft hätten.

KNAUS: Und nach all den Aufregungen des Tages – wo und wie haben Sie die Nächte verbracht?

Die Öchsners: Ganz unterschiedlich. Genauso wie das ganze Land, quasi von einem Extrem zum anderen. Ende Dezember zum Beispiel waren wir in San Pedro de Atacama, eine wunderschöne Stadt. Aber zum Übernachten waren uns die 40°C dann doch etwas zu tropisch und wir haben uns einfach einen Platz in den Bergen gesucht. Dann haben wir einmal direkt am Atlantik geparkt. Und mit uns noch viele andere Reisende aus aller Welt. Auf der lsla Monte Leon haben wir zwei Nächte auf einem kostenpflichtigen Campingplatz verbracht. Die Warnung vor Freilaufenden Pumas dort wollten wir dann doch nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Ausblick

KNAUS: Das können wir sehr gut nachvollziehen und sind Froh, dass es Familie Öchsner am anderen Ende der Welt gut geht und sie mit ihrem KNAUS BOXSTAR eine so schöne Zeit verbringen. Der voraussichtliche Routenplan führt die beiden jetzt von Bolivien aus durch die Atacama Wüste nach Peru, Ecuador und Kolumbien. Dort gibt es für den BOXSTAR dann noch einmal eine richtige Bewährungsprobe: eine Vulkanstraße mit 23 aktiven Vulkanen in den Höhen der Anden. Von Panama-Stadt geht es weiter durch Mittelamerika: Costa Rica, Nicaragua, Honduras und Guatemala, Belize, Yukatan bis in die Nähe von Cancun. Was Claudia und Heinz Öchsner hier noch alles erleben, erfahren Sie dann im nächsten Teil der Reise bei im Schwalbennlog. Wir sind uns sicher, dass wieder spannende Geschichten darunter sein werden.

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BOXSTAR on Tour: von Uruguay bis Bolivien
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BOXSTAR on Tour: von Uruguay bis Bolivien
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Die Öchsners sind wieder unterwegs: Mit ihrem BOXSTAR-Kastenwagen campen sie sich durch Südamerika. Jetzt mehr erfahren!
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KNAUS
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